Osnabrück. Beeindruckt, bedrückt, betroffen – die Ausstellung „Rosenstraße 76“ zum Thema häusliche Gewalt hat bislang vielfältige Emotionen und Reaktionen in und um Osnabrück erzeugt.

 

Die Besucher betreten eine Wohnung, in der auf den ersten Blick alles normal und in Ordnung scheint. Erst bei genauerem Hinsehen werden an vielen Stellen Hinweise auf häusliche Gewalt sichtbar. Und genau darin besteht die Botschaft an alle Bürgerinnen und Bürger: Schaut hinter die Fassade und habt den Mut zu handeln, statt wegzuschauen. Nur so kann den Opfern geholfen werden.

 

Die Fachkräfte und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die jeweils zu zweit Besuchergruppen betreuen, erfahren unterschiedlichste Reaktionen. Während einige Besucher aus voller Neugierde die Wohnung erkunden und die zur Verfügung stehende Zeit kaum ausreicht, verlassen andere schon nach einigen Minuten die Wohnung wieder, weil sie es vor Betroffenheit nicht mehr dort aushalten. Statistisch gesehen wird jede vierte Frau in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt. „Angesichts dieser Zahl müssen wir davon ausgehen, dass sich unter den Besuchergruppen Menschen befinden, die selber betroffen waren oder immer noch sind“, erklärt die Projektleiterin Andrea Gebbe. Besonders wichtig sei daher die Nachbereitung im Anschluss des Besuchs. Neben der Reflektion der Eindrücke wird ein besonderes Augenmerk auf die Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten gelegt.

 

Bislang zählt die „Rosenstraße 76“ über 1.000 Besucher, darunter überwiegend Schulklassen. Gästebucheinträge wie: „Herzlichen Dank für eine informative und äußerst sensibilisierende Ausstellung, die hoffentlich noch vielen Menschen die Augen öffnet“ oder „Eine sehr reale und gut dargestellte Ausstellung, die in besonderem Maße zum Nachdenken anregt. Interessant, informativ und berührend“ zeigen, dass die Menschen aus der Ausstellung viel für sich mitnehmen. Gebbe ist überzeugt, dass sich die Besucher besonders durch die Form der Ausstellung angesprochen fühlen. Eine interaktive Ausstellung, in der Anfassen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht ist, schaffe viel Authentizität.

 

Das Thema Häusliche Gewalt lässt sich mit annähernd 1.000 polizeilich registrierten Fällen in Stadt und Landkreis nicht ignorieren. Boris Pistorius, Nds. Minister für Inneres und Sport, hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Das Diakonische Werk freut sich mit seinen Kooperationspartnern, der Polizeiinspektion Osnabrück, dem Ev.-luth. Kirchenkreis und den BISS-Beratungsstellen in Stadt und Landkreis Osnabrück, über die positive Resonanz. Dank der umfangreichen Unterstützung der Evangelischen Stiftungen, von Stadt und Landkreis Osnabrück, der Diakonie Niedersachsen und dem Fond „Frieden Stiften“ der Ev.-luth. Landeskirche Hannover gelingt es, dieses brisante Thema weiter aus der Tabuzone herauszuholen.

 

Für die Begleitung und Betreuung der interaktiven Ausstellung sucht das Diakonische Werk noch engagierte, ehrenamtlich Mitarbeitende. Weitere Informationen unter www.rosenstrasse76-osnabrueck.de oder Tel. 0541/76018950.

 

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Presseartikel NOZ vom 09.08.16:

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/755834/ausstellung-uber-hausliche-gewalt-in-osnabruck#gallery&0&0&755834

Ausstellung „Rosenstraße 76“ zieht erstes, positives Resümee – Bereits 1.000 Besucher informierten sich über häusliche Gewalt