Häusliche Gewalt findet mitten unter uns statt – zuhause, im sonst geschützten Wohnbereich. Sie zerstört menschliches Leben und Zusammenleben weltweit. Sie tötet mehr Frauen als Kriege und Bürgerkriege. Sie trifft vor allem Kinder und Frauen jeder Nationalität, Kultur, Klasse und Ethnie. Auch Männer werden Opfer sowohl von psychischer als auch von physischer Gewalt in der Partnerschaft. Frauen sind allerdings deutlich häufiger von Gewalt und insbesondere sehr schwerer körperlicher Gewalt betroffen.

Die Anzahl der in Stadt und Landkreis Osnabrück polizeilich registrierten Fälle häuslicher Gewalt lag im Jahr 2013 bei 938 sowie im Jahr 2014 bei 927. Bei den Beratungs- und Interventionsstellen (BISS) bei häuslicher Gewalt in Stadt und Landkreis Osnabrück haben im Jahr 2014 insgesamt 754 Menschen, die mittel- und unmittelbar von häuslicher Gewalt betroffen waren, Hilfe und Unterstützung erfahren.

Die angeführten Zahlen bilden nur das sogenannte Hellfeld und damit einen Ausschnitt der Wirklichkeit ab. Studien belegen, dass die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt besonders hoch eingeschätzt wird.

Die Wanderausstellung „Rosenstraße 76“ wurde bereits im Jahr 2011 in Osnabrück gezeigt. Über 800 Besucher und Besucherinnen in 12 Tagen belegen eine große Resonanz und Aufmerksamkeit für diese Problematik. Polizei und Beratungsstellen haben damals sehr gut zusammen gearbeitet und sich dafür ausgesprochen, die „Rosenstraße 76“ längerfristig in Osnabrück zu installieren. Auf Initiative des Ev. luth. Kirchenkreises Osnabrück konnte das Projekt in Trägerschaft des Fachzentrums Faust auf den Weg gebracht werden. Ab März 2016 wird die „Rosenstraße 76“ nun in Form einer Dauerausstellung mit einem begleitenden fachlichen Rahmenprogramm für mehrere Jahre in Osnabrück gezeigt werden.

Mit dem Projekt soll die Öffentlichkeit in Stadt und Landkreis Osnabrück für das Thema „Häusliche Gewalt“ sensibilisiert und die oft verheerenden Folgen für die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden. Gleichzeitig werden Hilfsmöglichkeiten und Beratungsangebote aufgezeigt. Wesentliches Ziel der Ausstellung ist es der Tabuisierung häuslicher Gewalt entgegenzuwirken, die häufig unbemerkt im Verborgenen ausgeübt wird.