Grußwort
von Herrn Minister Boris Pistorius
zur Eröffnungsfeier der interaktiven Ausstellung „Rosenstraße 76“
des Diakonischen Werks in Stadt und Landkreis Osnabrück

Lieber Vorstand des Diakonischen Werks in Stadt und Landkreis Osnabrück,
sehr geehrte Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrer Eröffnungsfeier der interaktiven Ausstellung „Rosenstraße 76“ übermittle ich Ihnen die Grüße der Niedersächsischen Landesregierung.

Das Diakonische Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück nimmt als zentrale Beratungsstelle für Menschen mit ganz unterschiedlichen Problemlagen eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft wahr. Sie bieten Hilfe, Betreuung und Behandlung – für alle Menschen, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion.

Mit Ihrer Ausstellung „Rosenstraße 76“ machen Sie auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam – ein Problem, das bisweilen unterschätzt und nur unzureichend in der öffentlichen Diskussion behandelt wird. Sie wollen damit der Tabuisierung häuslicher Gewalt entgegen wirken und gleichzeitig Hilfsmöglichkeiten und Beratungsangebote aufzeigen.

Die „Rosenstraße 76“ wirkt auf den ersten Blick wie eine ganz normale Wohnung. Von außen erscheint alles ganz gewöhnlich und friedlich – und hinter der Fassade gehört Gewalt zur Tagesordnung. Da werden Menschen von ihren eigenen Familienangehörigen geschlagen und erniedrigt. Und kaum jemand bekommt es mit. Die Aufmerksamkeit auf eine solche Problematik zu lenken ist ungemein wichtig und bedeutet, die Augen nicht zu verschließen vor Straftaten, die hinter verschlossener Türe begangen werden.

Gerne habe ich als Niedersächsischer Innenminister die Schirmherrschaft der Ausstellung übernommen und wünsche Ihnen und uns, dass die „Rosenstraße 76“ gut besucht wird, die Menschen zum Nachdenken anregt und für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren mag. Denn niemand ist davor gefeit, dass es in dem eigenen, ganz unmittelbaren Umfeld zu häuslicher Gewalt kommt. Viel zu oft werden solche Straftaten aber nicht erkannt, falsch eingeschätzt, nicht angezeigt und nicht aufgeklärt. Aus Scham oder Angst vor den Tätern bleiben die Opfer stumm. Hier gilt es, noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Ausstellung „Rosenstraße 76“ leistet dazu einen vorbildlichen Beitrag.

Ich freue mich, dass in Stadt und Landkreis Osnabrück ein so gut funktionierendes Netzwerk zum Thema häusliche Gewalt besteht. Daran sind unter anderem die Polizei, die BISS-Stellen, der Kinderschutzbund und die Wohlfahrtsverbände beteiligt. Diese bewährte Zusammenarbeit der Kooperationspartner in Stadt und Landkreis Osnabrück drückt sich auch in der gemeinsamen Verantwortung für die heute eröffnete Ausstellung „Rosenstraße 76“ aus.

Uns allen wünsche ich, dass wir mit offenen Augen und offenem Bewusstsein durch diese Ausstellung und anschließend mit mehr Sensibilität, Hilfsbereitschaft und Verständnis durch das Leben und auf unsere Mitmenschen zugehen. Dem Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück gilt mein ausdrücklicher Dank, dass es sich auf eine so anschauliche und schonungslose Weise mit diesem traurigen Thema auseinandersetzt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Boris Pistorius
Niedersächsischer Minister
für Inneres und Sport

Boris Pistorius